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Wie wird man eigentlich Heilpraktiker ?

Viele Menschen fragen sich, wie man eigentlich Heilpraktikerin oder Heilpraktiker wird. Ist das eine kurze Ausbildung? Eine Prüfung? Oder ein Beruf, den man „einfach so“ ausüben darf?

Die Antwort ist klar: Wer als Heilpraktiker arbeiten möchte, braucht medizinisches Wissen, Verantwortungsbewusstsein und eine staatliche Überprüfung durch das Gesundheitsamt. Denn Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker dürfen mit kranken Menschen arbeiten – und genau deshalb ist Sorgfalt so wichtig.

Der Weg in den Heilpraktikerberuf

Der Heilpraktikerberuf ist ein eigenständiger Gesundheitsberuf. Er ersetzt kein Medizinstudium und macht aus Heilpraktikern keine Ärztinnen oder Ärzte. Aber er verlangt eine solide medizinische Grundlage und die Fähigkeit, ernsthafte Erkrankungen und Grenzen der eigenen Behandlung zu erkennen.

In einer fundierten Heilpraktikerausbildung werden unter anderem folgende Themen vermittelt:

  • Anatomie und Physiologie
  • Krankheitslehre
  • Untersuchungstechniken
  • Notfälle und Gefahrenzeichen
  • Infektionskrankheiten und Hygiene
  • Gesetzeskunde und Sorgfaltspflichten
  • Differenzialdiagnostik
  • Grenzen der heilpraktischen Behandlung

Die amtsärztliche Überprüfung

Am Ende des Ausbildungsweges steht die Überprüfung beim Gesundheitsamt. Diese besteht in der Regel aus einem schriftlichen und einem mündlich-praktischen Teil.

Dabei wird geprüft, ob von der zukünftigen heilpraktischen Tätigkeit eine Gefahr für die Gesundheit der Patientinnen und Patienten ausgehen könnte. Es geht also nicht nur um Wissen, sondern auch um Verantwortungsbewusstsein, Einschätzungsvermögen und Patientensicherheit.

Meine eigene Ausbildung und Erfahrung

Ich selbst habe meine Ausbildung zur Heilpraktikerin von 1994 bis 1997 an der Arcana Schule in Hamburg absolviert. Danach folgte die amtsärztliche Überprüfung beim Gesundheitsamt.

Seit 1998 arbeite ich in eigener Praxis. Viele Jahre war ich außerdem als Dozentin an einer Hamburger Heilpraktikerschule tätig und habe angehende Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker unterrichtet – insbesondere in den Bereichen Frauenheilkunde, Ohrakupunktur und naturheilkundliche Therapiekonzepte.

Diese lange Verbindung aus eigener Praxiserfahrung, Unterrichtstätigkeit und kontinuierlicher Fortbildung prägt meine Arbeit bis heute.

Heilpraktiker sind keine „Ärzte light“

Ein wichtiger Punkt ist mir besonders wichtig: Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sind keine „Ärzte light“. Der Heilpraktikerberuf ist ein eigener Berufsstand mit einer eigenen Tradition und einem eigenen Blick auf Gesundheit und Krankheit.

Naturheilkunde fragt häufig nicht nur: „Welche Diagnose liegt vor?“, sondern auch: „Warum ist dieser Mensch aus dem Gleichgewicht geraten?“ Dabei können körperliche, seelische und lebensgeschichtliche Aspekte eine Rolle spielen.

Naturheilkunde hat Tradition

Die Naturheilkunde hat eine lange Geschichte. Heilpflanzen, Wasseranwendungen, Ernährung, Ausleitung, Regulation und Erfahrungsmedizin begleiten Menschen seit Jahrhunderten. Auch Klostermedizin und traditionelle Heilverfahren haben dazu beigetragen, dieses Wissen weiterzugeben.

Heute geht es nicht darum, alte Heilweisen unkritisch zu übernehmen. Es geht darum, bewährte naturheilkundliche Ansätze verantwortungsvoll, zeitgemäß und mit klarem Blick einzusetzen.

Gute Naturheilkunde kennt ihre Grenzen

Eine verantwortungsvolle Heilpraktikerin weiß, wann Naturheilkunde sinnvoll begleiten kann – und wann ärztliche Diagnostik oder Behandlung notwendig ist.

Bei akuten, schweren oder unklaren Beschwerden gehört die ärztliche Abklärung an erste Stelle. Dazu zählen zum Beispiel starke Schmerzen, Fieber, Atemnot, neurologische Ausfälle, ungeklärte Blutungen oder der Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung.

Seriöse Naturheilkunde arbeitet nicht gegen die Schulmedizin, sondern ergänzt sie dort, wo es sinnvoll und verantwortbar ist.

Wann naturheilkundliche Begleitung sinnvoll sein kann

Viele Menschen suchen eine Naturheilpraxis auf, wenn sie sich eine ganzheitlichere Begleitung wünschen oder wenn Beschwerden immer wiederkehren. Häufige Themen in meiner Praxis sind:

  • Erschöpfung und Stressfolgen
  • Schlafstörungen und innere Unruhe
  • Verdauungsbeschwerden
  • Hauterkrankungen ( besonders Akne und Neurodermitis )
  • Allergien
  • Rückenschmerzen
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Zyklusbeschwerden
  • funktionelle Beschwerden
  • Kinderwunschbehandlung
  • Stärkung von Regulation und Selbstheilungskräften

Was eine gute Heilpraktikerpraxis ausmacht

Eine gute Heilpraktikerpraxis erkennt man nicht an großen Versprechen, sondern an Sorgfalt, Erfahrung und Ehrlichkeit.

  • gründliche Anamnese
  • realistische Einschätzung der Beschwerden
  • keine Heilversprechen
  • klare Kommunikation über Möglichkeiten und Grenzen
  • individuelle Therapiekonzepte
  • regelmäßige Fortbildung
  • Weiterverweisung an Ärztinnen und Ärzte, wenn nötig

Mein Verständnis von verantwortungsvoller Naturheilkunde

Für mich ist die Naturheilkunde eine wertvolle Ergänzung zur modernen Medizin. Sie baut häufig auf jahrhundertealten bewährten Traditionen auf. Sie sieht den Menschen in seiner Ganzheit von Körper, Geist und Seele und schaut nicht nur auf ein isoliertes Symptom.

Gleichzeitig braucht gute Naturheilkunde Demut. Nicht alles ist naturheilkundlich behandelbar. Nicht jedes Beschwerdebild gehört allein in eine Naturheilpraxis. Und nicht jede Methode passt zu jedem Menschen.

Häufige Fragen zum Heilpraktikerberuf

Ist Heilpraktiker eine staatlich geregelte Tätigkeit?

Ja. Wer als Heilpraktikerin oder Heilpraktiker arbeiten möchte, benötigt eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. Diese wird nach der Überprüfung durch das Gesundheitsamt erteilt.

Muss ein Heilpraktiker medizinisches Wissen haben?

Ja. Für die Überprüfung beim Gesundheitsamt sind fundierte medizinische Kenntnisse unverzichtbar. Besonders wichtig ist, gefährliche Verläufe und Grenzen der eigenen Behandlung erkennen zu können.

Ersetzt ein Heilpraktiker den Arzt?

Nein. Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker ersetzen keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung. Sie können aber in vielen Situationen ergänzend behandeln.

Warum gehen Menschen zum Heilpraktiker?

Viele Menschen wünschen sich mehr Zeit, eine ausführliche Anamnese und einen ganzheitlichen Blick auf ihre Beschwerden. Häufig geht es um chronische oder funktionelle Beschwerden, Erschöpfung, hormonelle Themen oder den allgemeinen Wunsch nach einer naturheilkundlicher Unterstützung.

Naturheilkunde mit Erfahrung, Herz und Verantwortung

Ich arbeite seit vielen Jahren mit großer Freude als Heilpraktikerin. Mein Anliegen ist es, Menschen sorgfältig, individuell und verantwortungsvoll zu begleiten – mit Respekt vor der modernen Medizin und mit Liebe zur klassischen Naturheilkunde.

Wenn Sie sich eine naturheilkundliche Begleitung wünschen, die den ganzen Menschen sieht und zugleich klare Grenzen achtet, sind Sie herzlich willkommen.

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